Berichte
Schwerpunktseminar Schwein

Netzwerk Fokus Tierwohl
Veranstaltung zum Nöttöten bei Schweinen

Das Netzwerk Fokus Tierwohl veranstaltete am 3. Mai 2022 ein Online-Meeting zum Thema Nottöten von Schweinen. Eingeladen waren hierzu die Studierenden des Schwerpunktseminars Schwein der Technikerschule und Höheren Landbauschule.
Dr. Astrid Kunert vom Tiergesundheitsdienst Bayern (TGD Bayern) erklärte, welchen rechtlichen Rahmenbedingungen das Nottöten von Schweinen unterliegt. Zudem stellte Sie verschiedene Verfahren und deren Vor- und Nachteile vor und zeigte häufige Probleme beim Nottöten auf.
Als häufigstes Problem nannte Dr. Kunert, dass die Entscheidung für eine Nottötung zu spät getroffen wird. Gründe hierfür sind häufig eine hohe psychische Belastung und die Tatsache, dass der Landwirt natürlich emotional an seinen Tieren hänge. Abhilfe können hierbei Techniken mit einer möglichst niedrigen Hemmschwelle schaffen sowie freiwillig besuchte Fortbildungen zum Thema Nottöten.
Abschließend beantwortete Dr. Kunert umfassend die vielen Fragen der Studierenden und rundete die Veranstaltung mit Ihren hilfreichen Tipps für die Praxis ab.
Vielen Dank an Dr. Kunert und die beiden Tierwohlmultiplikatorinnen Frau Peter und Frau Burgmayr des Netzwerks Fokus Tierwohl für diesen fachkundigen und sehr praxisbezogenen Einblick.

Exkursion auf den Betrieb Krug

Im April 2022 besichtigte das Schwerpunktseminar Schwein den Betrieb der Familie Krug in Bibergau. Der Betrieb hat die Standbeine Ferkelerzeugung, Schweinemast, Ackerbau und eine Biogasanlage. Die Seminargruppe hat bei dieser Exkursion die Ferkelerzeugung besucht.
Der Betrieb ist ein Aussiedlerstandort mit ca. 600m Entfernung zum Ort Bibergau. Dort werden 700 Zuchtsauen gehalten. Als besonders interessant empfand unser Seminar den Bereich der Abferkelung, da dieser nach der aktuellen Tierschutznutztierhaltungsverordnung gebaut worden ist. Dieser besteht aus 117 Abferkelplätzen und wurde im Jahr 2018 durch die Firma Gillig+Keller errichtet und die Buchtenfläche beträgt 7,2m².
Fazit:
Unser Seminar konnte bei dieser Exkursion viele Impressionen für die zukünftige Gestaltung des Abferkelstalls sammeln. Auch hat man gesehen, dass viele Herausforderungen sehr gut zu meistern sind. Hier kommt es vor allem auf das gesamte Team im Schweinestall und den Rückhalt der Familie an.
Schwerpunktseminar Schwein - digital
Im Rahmen des Schwerpunktseminars Schwein veranstaltete das Netzwerk Fokus Tierwohl am Dienstag den 31.05.2022 ein Online-Meeting. Prof. Dr. Martin Ziron von der Fachhochschule Südwestfalen stellte in seinem Vortrag Möglichkeiten zur Digitalisierung im Schweinestall vor. Einführend wurde der Begriff „Precision Livestock Farming“ definiert. Anschließend stellte Prof. Ziron verschiedene Einsatzbereiche von Sensoren, aktuelle Forschungsaktivitäten sowie die Herausforderungen der Digitalisierung vor. Vielen Dank für diese spannenden Einblicke in die Welt der Digitalisierung.

Schwerpunktseminar Schwein - Besuch in Schwarzenau

Bucht Auslauf

Bucht mit Auslauf

Am 17. Mai 2022 besuchte das Schwerpunktseminar Schwein das Staatsgut Schwarzenau. Das Versuchs- und Bildungszentrum für Schweinehaltung in Schwarzenau ist zuständig für die Aus- und Fortbildung in der Schweinehaltung, Versuchswesen in der Tierzüchtung, Tierhaltung und Tierernährung sowie im Pflanzenbau in Zusammenarbeit mit der LFL. Außerdem werden Leistungsprüfungen und Zuchtwertschätzungen bei Schweinen durchgeführt.
Zudem wird hier auch deutlich gemacht in welche Richtung die Schweinehaltung sich in Zukunft bewegen wird. Neben interessanten Neubauten mit innovativen Ideen und kreativen Baulösungen wird hier auch ein Augenmerk auf den Umbau von bestehenden Stallungen auf neue Haltungsstufen genommen. Gerade im Bereich Deckzentrum und Freie Abferkelung wird in mehreren Richtungen für einen optimalen Weg gesucht. Ferkelaufzuchtställe sollen folgen, sowie eine Ergänzung der Mastanlage.
Die Angestellten hatten bei der Führung dank ihrer großen Kompetenz sofort auf alle Fragen eine Antwort und besprachen ihre Ergebnisse offen mit der Gruppe.
Fazit
Das Staatsgut Schwarzenau ist für jeden, der in Zukunft in die Schweinehaltung investieren will und muss, eine interessante Besichtigung, um sich für weitere Planungen zu informieren. Hier wird man ehrlich beraten und kann selbst neue Ideen finden. Vielen Dank an Thomas Schwarzmann, Leiter des SG Schwarzenau, sowie an seine Mitarbeiter Andreas Nüsslein und Johannes Schuler.
Dr. Christina Jais, LfL Bayern, Institut Tier und Technik referierte zum Thema "Zukunftsfähige Schweinehaltungssysteme"
Im Rahmen des Schwerpunktseminars Schwein veranstaltete das Netzwerk Fokus Tierwohl eine Online Veranstaltung mit Dr. Christina Jais (LfL Bayern). Die Frage, was ein zukunftsfähiges Konzept für die Schweinehaltung auszeichne, beantwortet sie folgendermaßen: "Zukunftsfähig bauen, heißt so bauen, dass Stall und Haltungsverfahren an sich verändernde Anforderungen angepasst werden können. Es kann nur zukunftsfähig sein, wenn alle Kosten, für den Um-/ Neubau, auch durch die Produktion gedeckt werden können."
Während ihres Vortrags erläuterte Dr. Jais, wie man einen Neubau am besten plant oder Umbaumöglichkeiten nutzt. Sie ging dabei auch auf die neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung ein und zeigte verschiedene Entmistungs-, Abtrennungs- und Einstreusysteme, Abferkelbuchten und Buchtengestaltung, sowie verschiedene Arten von Beschäftigungsmaterial. Vielen Dank für diesen Vortrag.