Exkursion: Zuchtvieh in Zöbingen

Besichtigung auf dem Betrieb Salvasohn in Zöbingen

Am 19.10.2021 besichtigte das Geflügelseminar unter der Leitung von Dr. Andrea Raab den Betrieb von Familie Salvasohn, der als einziger in Baden-Württemberg mit 22.400 Plätzen in seinem Stall Bruderhähne als Naturlandbetrieb aufzieht. Der Betrieb bewirtschaftet zusätzlich 150 ha Acker und Grünland, ebenso werden an der alten der Hofstelle ca. 70 Mastbullen und ca. 500 Masthähnchen im Jahr aufgezogen.

Der Stall wurde von der Firma Farmbau nach Modulbauweise gebaut. Herr Schumacher von der Firma Farmbau, welcher vor der Besichtigung eine Präsentation in Triesdorf hielt, stellte den Kontakt zum Betrieb her. Die Planung zog sich über 1,5 Jahre, dafür stand der Stall im Juli 2019 innerhalb von 3 Monaten. Für den Stall bezog Salvasohn 40% Förderung vom Staat, verbunden mit der Auflage, dass max. 33 kg Tiere/ qm gehalten werden dürfen. Zusätzlich bezieht er eine FAKT-Zuwendung (vgl. KULAP in Bayern) von 25.000€ für den Auslauf von 4 qm/Tier und die fünfgliedrige Fruchtfolge. Salvasohn erhält je Tier einen Festpreis mit Zuschläge für zusätzlich erzielte Tageszunahmen.
Die Bruderhähne der Rasse Sandy entstammen aus dem Unternehmen Lohmann Tierzucht. Diese werden ca. 70 Tage gemästet, wobei sich die Bruderhähne durch den entfallenden Leistungsdruck wesentlich gesünder und robuster während der Mastperiode zeigen. Ca. 4,5 Durchgänge je Jahr sind möglich, da eine Woche für die Reinigung angesetzt werden muss. Der Stall wird auf ca. 35 Grad Celsius aufgeheizt, wenn die Eintags-Küken kommen, wodurch erhebliche Erdgaskosten resultieren; jedoch reicht die Eigenwärme der Hähne ab dem ca. 25. Lebenstag, um den Stall auf 33-37Grad Celsius konstant warmzuhalten. Für den Betrieb selbst fallen keine Futterkosten an. Der komplette Futterbedarf wird vom Verband gestellt, um die hundertprozentige Bruderhahnaufzucht für alle Naturland-Legehennen so gut wie möglich garantieren zu können.
Alles in allem ist die Bruderhahnaufzucht im Biobereich aktuell besonders für kapitalstärkere Betriebe mit wenig AKh Reserven und Stickstoffdefizit interessant, da diese Nische laut Salvasohn sehr zukunftsfähig ist: „Keiner der Verbände wird in Kürze wieder mit dem Kükenschreddern anfangen, und die Erkennnung des Geschlechts des Eis ist aktuell zu kostenintensiv.“